Bergwetter-Lexikon

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Alpenhauptkamm (Ostalpen)

Der unmittelbare Alpenhauptkamm

verbindet hohe, inneralpine Gipfelketten am mittleren Gebirgsrücken der Alpen, welcher sich in den Ostalpen von West nach Ost erstreckt (fette schwarze Linie im Bild unten). Dieser dient somit als Barriere für Luftmassen der unteren Atmosphäre und trennt die Alpennordseite von der Alpensüdseite. Besonders im Ostalpenraum stellt der unmittelbare Alpenhauptkamm häufig auch Wasserscheiden dar. Je nach zugrunde liegendem Interesse des Betrachters gibt es aber unterschiedliche Definitionen und geografische Abweichungen. Wir halten uns grundsätzlich am geologischen Gesichtspunkt und setzen voraus, dass der Alpenhauptkamm aus Zentralalpen besteht. Wenn es meteorologische Aspekte verlangen, weichen wir aber davon ab.

Die ungefähre, gedachte Linie des unmittelbaren Alpenhauptkammes (fette, schwarze Linie im Bild unten) verläuft von den Hauptgipfeln der Berninagruppe über die Livigno-Alpen und die Sesvennagruppe bis zum Reschenpass. Von dort aus entlang der Grenze zwischen Nordtirol und Südtirol sowie ausgehend vom Großvenediger in den Hohen Tauern über deren Hauptgipfel entlang der Landesgrenze zwischen Salzburg und Osttirol beziehungsweise Oberkärnten. Anschließend zieht sich die Linie über Obertauern in die Niederen Tauern hinein und verläuft dort entlang der inneren Hauptgipfel bis zu den Seckauer Tauern und dem Schoberpass. Dort setzt der unmittelbare Alpenhauptkamm einen Sprung nach Süden und verläuft nun vom Speikkogel der Gleinalpe über das Randgebirge östlich der Mur (Grazer Bergland, Fischbacher Alpen, Hochwechsel) bis zum äußeren Alpenostrand, wo die Alpen im Ödenburger Gebirge, Rosaliengebirge und dem Leithagebirge im Burgenland auslaufen. Da die Alpen im Osten von Österreich bereits deutlich niedriger sind, lässt sich östlich der Niederen Tauern, also ab dem Schoberpass kein fixer meteorologischer Alpenhauptkamm definieren, während die Linie der Wasserscheide deutlich nördlich der Mur-Mürzfurche verläuft. Die Wetterscheide hängt hier von der jeweiligen Wetterlage ab beziehungsweise zeigt sie sich auf Grund der auslaufenden Alpen mit niedrigeren Höhen zum Teil recht unscharf.    Facebook 

Der Alpenhauptkamm ...

bezieht sich im weiteren Sinne häufig nicht nur auf den unmittelbaren Alpenhauptkamm sondern auch auf dessen Seitenkämme, nördliche und südliche Ausläufer sowie begleitende Gebirgszüge, welche meist auch noch zu den Zentralalpen zählen. Hier können oft schon wieder ganz andere Wetterbedingungen vorherrschen, weshalb wir den Alpenhauptkamm und den unmittelbaren Alpenhauptkamm oft strickt voneinander unterscheiden müssen. Häufig ist es dann auch nötig, von der Alpenhauptkamm Nordseite und einer Südseite zu sprechen, da beispielsweise bei entsprechenden Staulagen die direkt angeströmte Luvseite und der meist höhere unmittelbare Alpenhauptkamm in Wolken stecken, während die andere Seite im Lee begünstigt ist.

Wird vom Alpenhauptkamm gesprochen, dann ist üblicherweise der unmittelbare Alpenhauptkamm inklusive dessen Nord- und Südseite (begrenzt durch die dünnen schwarzen Linien im Bild) gemeint. Da sich das Bergwetter zwischen Nord und Süd oft deutlich unterscheidet, werden die beiden Seiten bei Bergwetterprognosen ohnehin meist separat behandelt.

Alpenhauptkamm Ostalpen

Alpenhauptkamm Nordseite

Nordseite Berninagruppe, westliche Livigno-Alpen, westliche Sesvennagruppe, Albula Alpen, Plessur-Alpen, Südöstliches Rätikon (Sulzfluh-Wissplatte-Gargellen-Madrisa), Silvretta, Verwallgruppe, Samnaungruppe, nördliche Ötztaler Alpen inkl. Nauderer Berge, Nordseite südliche Ötztaler Alpen (zB zum Venter Tal hin), nördliche Stubaier Alpen, Nordseite südliche Stubaier Alpen, Tuxer Alpen, Nordseite Zillertaler Alpen, Nordseite Hohe Tauern, Nordseite Niedere Tauern, unmittelbare Umgebung Mur-Mürz-Furche östlich von St. Michael in der Obersteiermark (nahe Leoben), nördliches Wechselgebiet bis zum Semmering.

Alpenhauptkamm Südseite

Südseite Berninagruppe, östliche Livigno-Alpen, östliche Sesvennagruppe, Münstertaler Alpen (Umbrailgruppe), Südseite südliche Ötztaler Alpen, Südseite südliche Stubaier Alpen, Südseite Zillertaler Alpen, Südseite Hohe Tauern, Südseite Niedere Tauern, Südostseite Gleinalpe, Südseite Grazer Bergland, Südseite Fischbacher Alpen, Südseite Wechselgebiet.    Facebook 

Alpenhauptkamm Nord- und Südseite

Alpennordseite

Nördlich der Berninagruppe bis zum Semmering

Darunter wird der Alpenraum nördlich des unmittelbaren Alpenhauptkammes samt den Voralpen verstanden. Es handelt sich im Ostalpenraum somit um die Bergregionen von Graubünden bis Niederösterreich, im Detail vom Bergell bis zum Engadin und nördlich bzw. nordwestlich davon, sowie von ganz Vorarlberg, Nordtirol, Bayern, dem südlichen Oberösterreich und dem Bundesland Salzburg exklusive Lungau. In der Steiermark trennen zunächst die inneren Gipfelketten der Niederen Tauern die Alpennordseite von der Alpensüdseite. Östlich davon bildet die Mur-Mürz-Furche über den Semmering-Pass hinaus die meteorologische Unterscheidung zwischen Nord und Süd.

Unter Einbezug geologischer Aspekte verläuft der unmittelbare Alpenhauptkamm über die Gipfel südlich der Mur-Mürz-Furche weiter nach Osten. Nämlich vom Speikkogel der Gleinalpe über das Randgebirge östlich der Mur: Grazer Bergland, Fischbacher Alpen bis zum Hochwechsel. Anschließend verläuft sich der Alpenhauptkamm in den östlichen Ausläufern der Alpen bis in das Burgenland und nach Ungarn hinein. Etwa vom Ödenburger Gebirge über das Rosaliengebirge bis zum Leithagebirge, welches mit seinen Ausläufern in Form von sanften Hügeln bereits zu den Karpaten überleitet.    Facebook 

Alpennordseite Ostalpen

Alpensüdseite

Südseite der Berninagruppe bis zum Wechselgebiet

Von der Lombardei bis zum Reschenpass, über Südtirol und Osttirol, bis zu Katschberg und Schoberpass sowie alle Berge südlich davon bis zu den südlichen Voralpen zählen zur Alpensüdseite der Ostalpen. In weiterer Folge verläuft die nördliche Grenze von der Gleinalpe bis zum Wechselgebiet südlich von Gloggnitz beziehungsweise in den Alpenausläufern bis zum Ödenburger Gebirge an der Grenze zwischen Ungarn und dem mittleren Burgenland am äußersten Alpenostrand.    Facebook 

Alpensüdseite

Nordalpen

im meteorologischen Sinne ...

Die Definition hängt hier besonders stark vom Standpunkt des Betrachters ab. Während zum Beispiel Geologen unter Nordalpen alle Berge zwischen dem Alpenvorland und der Alpenhauptkamm Nordseite verstehen, gliedern wir auf Grund des wetterrelevanten Höhenunterschiedes die Voralpen meist davon aus. Wir unterscheiden grundsätzlich von Nord nach Süd: nördliches Alpenvorland, nördliche Voralpen, Nordalpen, Alpenhauptkamm Nordseite, unmittelbarer Alpenhauptkamm – Alpenhauptkamm Südseite, Südalpen, südliche Voralpen, südliches Alpenvorland
Die Höhe alleine entscheidet aber nicht unsere Definition, auch orografische Gegebenheiten zählen zu den Kriterien. Somit beziehen wir den Begriff Nordalpen auch nicht ausschließlich auf nördliche Kalkalpen und die Grauwackenzone, sondern zählen nördlich exponierte Kalkalpen wie zB Untersbergmassiv, Schafberg, Feuerkogel/Höllengebirge, Traunstein oder den Karststock der Hohen Wand in den Gutensteiner Alpen auch zu den Voralpen. Genauso macht es für meteorologische Zwecke kaum Sinn, den so niedrigen und nördlich gelegenen Wienerwald, so wie andere Betrachter als Nordalpen oder Alpenhauptkamm zu verstehen. Den speisen wir nämlich im Gegensatz zu Kollgen wettertechnisch als Voralpen ab ...

Die Gebirgsgruppen, welche wir zu den Nordalpen zählen:

Nordwestliches Rätikon ab der Sulzfluh, Bregenzerwald, Lechquellengebirge, südliche und südöstliche Allgäuer Alpen, südwestliche Ammergauer Alpen, Wettersteingebirge, Mieminger Gebirge, Karwendel, Rofan (Brandenberger Alpen), Kitzbüheler Alpen, Kaisergebirge, südliche Chiemgauer Alpen, südliche Berchtesgadener Alpen (inkl. Hochkönigstock, Steinernes Meer u. Hagengebirge), Loferer Steinberge, Leoganger Steinberge, Salzburger Schiefer Alpen (zB Dientener Berge), südliche Osterhorngruppe, Tennengebirge, Dachsteinmassiv, Totes Gebirge, Sengsengebirge, nordwestl. Ennstaler Alpen (Pyhrnpass bis Hieflau inkl. nördl. Gesäuse), Hochschwab, Hochkar, Ötscher, Rax, Schneeberg    Facebook 

Wetter Alpen: Nordalpen u. Südalpen

Südalpen

Die meteorologische Einteilung weicht enorm von anderen Betrachtungsweisen ab

Die klassischen Südalpen reichen im Ostalpenraum geologisch gesehen von den Ortler-Alpen über Bozen zu den Dolomiten, Gailtaler und Karnischen Alpen, weiter über die Julischen Alpen und den Karawanken inklusive Petzen bis zu den Steiner Alpen und dem Bachergebirge.

Da wir im Osten von Österreich einige Gebirge bezüglich der Wetterrelevanz nicht zum Alpenhauptkamm zählen können, gliedern wir auch nördlich gelegene, im geologischen Sinne Zentralalpen, zu den Südalpen ein. So zählen wir (siehe Abbildung oben) bereits die Kreuzeckgruppe zu den Südalpen, genauso wie die Gurktaler Alpen (zb Nockberge) und den Großteil der Lavanttaler Alpen (Saualpe, Seetaler Alpen, Koralpe, Packalpe, Stubalpe, Poßruck), wo wir die Grenze mehr oder weniger inmitten der Gleinalpe im Bereich des Speikkogels sehen. Das Bergwetter ist hier oft schon sehr unterschiedlich, daher ziehen wir südlich des unmittelbaren Alpenhauptkammes schon bald die Grenze zu den Südalpen, obwohl der geologische Alpenhauptkamm im Osten so breit ist und geologisch z.B. bis auf den Südrand ganz Kärnten umfasst.    Facebook 

Die Grenze zu den südlichen Voralpen ziehen wir hier:

Idrosee, Riva del Garda, Trento, Valsugana Tal West, Mezzano, Agordo, Forno di Zoldo, Valle di Cadore, Forni di Sopra, Tolmezzo, Moggio di Sotto, Zaga bei Bovec, Tolmin, Podbrdo, Bleder See, Kamnik (Stein in Oberkrain), Luče, Slovenj Gradec (Windischgraz), Mislinja (Mißling), Eibiswald, am Speikkogel (Gleinalpe) werden die Distanzen zwischen Alpennordrand und Südrand geringer, die Höhen der Berge und somit auch häufige und deutliche Wettergegensätze verschwimmen.



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